Hier finden Eltern, Jugendliche und Erwachsene Antworten auf häufige Fragen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Kassen-Zahnspange für Kinder und Jugendliche. Welche Einstufung tatsächlich vorliegt, lässt sich erst nach einer persönlichen Untersuchung beurteilen.
Gut vorbereitet
Vor dem ersten Termin
Wann ist eine erste kieferorthopädische Kontrolle sinnvoll?
Eine erste Kontrolle ist sinnvoll, wenn Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt eine Abklärung empfiehlt, eine deutliche Fehlstellung auffällt oder Sie selbst unsicher sind. Häufige Zeitpunkte sind zwischen dem 7. und 8. Lebensjahr, wenn die bleibenden Schneidezähne durchgebrochen sind, sowie zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr, wenn die bleibenden Zähne weitgehend durchgebrochen sind. Der passende Zeitpunkt kann je nach Zahnentwicklung jedoch deutlich abweichen. Eine Kontrolle bedeutet nicht automatisch, dass sofort eine Behandlung beginnt.
Was passiert beim ersten Beratungstermin?
Wir besprechen das Anliegen, sehen uns die Zahn- und Kieferstellung an und erklären, ob eine Behandlung sinnvoll erscheint. In der Regel können bei diesem Termin bereits die diagnostischen Unterlagen erstellt werden, um einen möglichen Behandlungsstart vorzubereiten. Die eigentliche Behandlung beginnt üblicherweise noch nicht.
Brauche ich eine Überweisung?
Für einen Beratungstermin können Sie sich direkt an uns wenden. Eine Überweisung ist in der Regel nicht erforderlich. Vorhandene zahnärztliche Unterlagen können für die Beurteilung hilfreich sein.
Was sollen wir zum Termin mitbringen?
Bitte bringen Sie die e-card und – falls vorhanden – aktuelle zahnärztliche Unterlagen oder Röntgenbilder mit. Eine kurze Liste Ihrer Fragen ist ebenfalls hilfreich.
Wie viel kostet eine Zahnspange?
Das hängt von Befund, Behandlungsart und Umfang ab. Vor Behandlungsbeginn besprechen wir die voraussichtlichen Kosten und eine mögliche Kassenleistung. Bei ausgeprägten Fehlstellungen können für Kinder und Jugendliche besondere Kassenregelungen gelten.
Was bedeuten IOTN und „Gratis-Zahnspange“?
Der IOTN beschreibt den Schweregrad einer Zahn- oder Kieferfehlstellung. Bei Kindern und Jugendlichen kann bei einer Einstufung in IOTN 4 oder 5 eine kieferorthopädische Kassenleistung vorgesehen sein. Unabhängig davon übernimmt die Krankenkasse bei einer vorgesehenen medizinischen Indikation die vertraglich umfassten Kosten einer interzeptiven Frühbehandlung. Ob die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind, wird individuell geprüft.
Müssen Eltern die Kassen-Zahnspange vorfinanzieren?
Nein. Wenn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind und die Behandlung als vertragliche Kassenleistung in unserer Vertragspraxis durchgeführt wird, rechnen wir direkt mit dem Krankenversicherungsträger ab. Für die vertraglich umfassten Leistungen ist keine Vorfinanzierung und keine Zuzahlung vorgesehen.
Kann eine frühere Einschätzung nochmals überprüft werden?
Wenn Sie trotz einer früheren Einschätzung unsicher sind, können wir die Zahn- und Kieferstellung nochmals kieferorthopädisch beurteilen. Die genaue IOTN-Einstufung richtet sich nach festgelegten Mess- und Befundkriterien. Ob eine neuerliche IOTN-Feststellung als Kassenleistung möglich ist, hängt auch vom Alter und von bereits erfolgten Einstufungen ab.
Kann ich den möglichen Anspruch anhand der Bilder selbst einschätzen?
Unsere Übersicht typischer Fehlstellungen kann eine erste Orientierung geben. Entscheidend sind jedoch genaue Messwerte und der ausgeprägteste Befund. Aus einem Foto allein lässt sich daher kein sicherer IOTN-Grad ableiten.
Individuell geplant
Behandlung und Zahnspangen
Welche Zahnspange ist die richtige?
Das lässt sich erst nach Untersuchung und gegebenenfalls weiterer Diagnostik beantworten. Je nach Befund kommen herausnehmbare oder festsitzende Apparaturen sowie in geeigneten Fällen transparente Schienen infrage.
Wann werden herausnehmbare oder festsitzende Spangen verwendet?
Herausnehmbare Geräte können unter anderem während des Wachstums eingesetzt werden. Mit festsitzenden Apparaturen lassen sich einzelne Zähne gezielt bewegen. Welche Methode geeignet ist, hängt von Alter, Zahnwechsel, Fehlstellung und Behandlungsziel ab.
Muss ein klassischer Abdruck gemacht werden?
Für kieferorthopädische Abformungen verwenden wir ausschließlich einen Intraoralscanner. Konventionelle Abdrücke mit Abdruckmasse werden in unserer Ordination nicht mehr durchgeführt.
Wann kommen transparente Schienen zum Einsatz?
Transparente, herausnehmbare Schienen können für bestimmte Zahnbewegungen geeignet sein. Entscheidend sind der Befund und die verlässliche Tragezeit. Nicht jede Fehlstellung lässt sich damit gleich gut behandeln.
Sind transparente Schienen auch für Jugendliche möglich?
In geeigneten Fällen ja. Wichtig sind unter anderem der Stand des Zahnwechsels, das Behandlungsziel und die Bereitschaft, die Schienen konsequent zu tragen.
Kann man Zahnstellungen auch im Erwachsenenalter korrigieren?
Grundsätzlich sind kieferorthopädische Behandlungen auch bei Erwachsenen möglich. Welche Möglichkeiten infrage kommen, hängt unter anderem von Zähnen, Zahnhalteapparat und Ausgangssituation ab.
Im Alltag
Während der Behandlung
Tut das Einsetzen einer festsitzenden Zahnspange weh?
Das Befestigen der Brackets ist normalerweise nicht schmerzhaft. In den ersten Tagen können die Zähne druckempfindlich sein. Wenn Beschwerden ungewöhnlich stark sind oder länger anhalten, kontaktieren Sie bitte die Praxis.
Wie lange dauert eine Behandlung?
Die Dauer ist sehr unterschiedlich und hängt von Fehlstellung, Methode, Wachstum und Mitarbeit ab. Nach der aktiven Behandlung ist meist eine Haltephase wichtig, damit das erreichte Ergebnis möglichst stabil bleibt.
Was passiert nach dem Entfernen der Zahnspange?
Nach Abschluss der aktiven Behandlung folgt in der Regel eine Haltephase, damit das erreichte Ergebnis stabil bleibt. Dafür kann eine herausnehmbare Nachtschiene oder – je nach Situation – ein festsitzender Retainer verwendet werden. Welche Lösung und Tragedauer sinnvoll sind, wird individuell festgelegt.
Werden die Zähne durch die Zahnspange beschädigt?
Eine gute Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen sind besonders wichtig. Beläge rund um Brackets können das Risiko für Entkalkungen oder Karies erhöhen. Wir erklären, worauf bei der Reinigung zu achten ist.
Darf ich mit einer festsitzenden Zahnspange alles essen?
Sehr harte oder klebrige Lebensmittel können Brackets und Drähte beschädigen. Harte Speisen wie Äpfel oder Karotten sollten besser in kleine Stücke geschnitten werden. Genauere Hinweise erhalten Sie beim Einsetzen der Spange.
Was tun, wenn ein Bracket locker ist oder ein Draht sticht?
Ein störender Draht kann vorübergehend mit dem mitgegebenen Schutzwachs abgedeckt werden. Bitte kontaktieren Sie die Praxis am nächsten Ordinationstag, damit wir beurteilen können, ob ein Reparaturtermin erforderlich ist. Bei starken Schmerzen oder Verletzungen holen Sie bitte rasch medizinische Hilfe.
Fachlich geprüft von Dr. Dietmar Zuran, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie.

